Dom zu Sankt Bernhard

Der Dom von Tarija gibt Zeugnis von der Evangelisierung und dem rapiden Wachstum der katholischen Kirche während der Kolonialzeit in Südamerika. Nach den Dominikanern waren die Jesuiten und nach ihnen die Franziskaner die Orden, die die Frohbotschaft verkündeten.

Was ursprünglich als Schülerkapelle von den Jesuiten erbaut wurde ist heute der Dom der Diözese Tarija.

Links neben dem Dom wird auch heute noch das Mädchengymnasium von Schwestern geleitet während das Knabengymnasium rechts vom Dom schon vor einigen Jahrzehnten vom Staat übernommen wurde.

Anders als Sucre, La Paz, Cochabamba oder Santa Cruz wo der Dom im Zentrum der Stadt erbaut wurde, steht hier in Tarija die Bischofskirche nicht bloß stadtplanerisch ein wenig “im Schatten” der Kirche Sankt Rochus, dem Pestheiligen der Stadt. Zudem fällt das Patrozinium unglücklicherweise zeitgleich genau in die zwei großen tradionellen kirchlichen und liturgischen Ereignisse: die Monatswallfahrt zum Marienheiligtum Chaguaya und der dreiwöchigen St. Rochusumgänge.

So sind es hier  nicht die großen Menschenmengen, doch es ist alles da was zu einem richtigen religiösen “chapaco-Fest” gehört: verschiedene Aktivitäten, Musik, Folklore und natürlich darf auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen.

Ein aufschlussreiches oder schmeichelhaftes Missverständnis

Vor etwa vierzig Jahren wurde die Kirche unter dem deutschen Missionar Gottfried gebaut.
Man merkt sofort, dass hier die “spanische Tradition” gebrochen wurde. Nicht ein/e “gut gekleidete/r Heilige/r steht im Zentrum, sondern Christus-der Auferstandene.

Vor kurzem kam es zu einem kleinen Missverständnis. Es war nicht ganz klar ausgemacht wer die 9.30 Uhr Messe in der Pfarrkirche Nuestra Señora de Guadalupe feiern wird. Mit einer drei Viertel Stunde Verspätung kam ich an: und zu meiner großen Überraschung, fast unglaublich, die Kirche war voll wie gewohnt. Doch möglicherweise kommt das ab und zu einmal vor und zur Vorsorge wurde ein Kinderspielplatz neben der Kirche errichtet *g*

“Padre, ein  wenig Verspätung, aber wir warten schon auf dich”
Hoffentlich wird es bald wieder etwas wärmer, der Winter dauert schon zu lange
etwas fotoscheu …
…. doch beim Friedensgruß muss ich sehen, dass ich wieder “rechtzeitig” zurück zum Altar komme
und genau so ein Gedränge gibt es beim persönlichen Segen mit Weihwasser am Ende der Messfeier. “Mi bebé ya tiene diez dias” – Mein Kind ist schon zehn Tage alt

Am nächsten Tag habe ich dann mit dem Pfarrer Juan über die Verspätung gesprochen und er meinte schmunzelnd: “Weißt Padre, die Leute sagen ja nicht mehr “die  9.30 Uhr Messe”, sondern “die Padre Hermann Messe”           hahahaha

Viva la Bolivia


193 Jahre sind es her, seit der Unterzeichnung der Unabhängigkeit des Landes von der Spanischen Krone. Mit seinem Namen erinnert das Land Bolivien an den Freiheitskämpfer Simon Bolivar.

Viel Patriotismus und Folklore zeichnen diesen Nationalfeiertag aus und die Aufmärsche der verschiedensten Gruppen und Vereine dauerte heute über drei ein halb Stunden. Jeder möchte zeigen, ja auch wir sind stolz auf unser Vaterland





Arbeiter, Krankenhausspersonal, Gemeinderäte, Frauenvereine, Schulen, …. doch was mich selber am meisten freute war der Aufmarsch des Rehabilitationszentrum für Behinderte Kinder und Jugendliche , das der Missionar Michael schon vor über dreißig Jahren gegründet hat.




Hoch lebe Bolivien – Viva la Patria -Que viva la Bolivia

einen Tag

oder eine Woche oder eben bis alle “dran waren” so lange dauern hier die zwei großen Tage mitten im Winter: Heiliger Jakobus und Heilige Anna

Also das war auch für mich eine “Prämiere” in den 32 Jahren seit der Priesterweihe: Drei Messfeiern an einem Samstag Vormittag. Und jede Messfeier zu Ehren des San Santiago Matamoros. Hier in Bolivien wird der hl. Jakobus weniger als Apostel gefeiert als mehr nach dem Standbild in der großen Wallfahrstkirche von Santiago de Compostela in Spanien, als Kämpfer und Befreier. Viele Familien haben sich den Hl. Jakobus als Schutzpatron des Hauses ausgewählt. Und so muss dann eben auch jede Familie eigens für “ihren Heiligen” eine Feier organisieren.

Mit Musikkapelle, Böllern und Krachern geht es vom Haus in Prozession in die Kirche

und bevor die Feier beginnen kann werden noch schnell besondere persönliche Wünsche der Familie angehört.

Und ganz wichtig ist, dass jeder persönlich am Ende der Feier mit Weihwasser gesegnet wird.

 

Und dann braucht es auch noch ein Andenken für das Fotoalbum der Familie

 

Für mich selber war das auch ein besonderer Tag, denn die Feiern fanden in der Kirche statt wo ich 2012-2013 Pfarrer war

Und da gibt es dann halt viel zu erzählen was sich so alles getan hat in der Zwischenzeit …. und was noch an die zwei Jahre erinnert

(Die Dankesurkunde in Stein für die Anschaffung der Bänke für die Kirche in einer Aussenstation der Pfarre steht noch immer auf dem Regal in der Sakristei)

ich war heute

wieder einmal auf dem Postamt in Tarija. Es ist das letzte, das noch offen hat im ganzen departamento (Bundesland) von Tarija, das dreimal so groß ist wie Tirol und zählt knapp eine halbe Million Einwohner.

Doch es war so wie schon seit Anfang des Jahres: gähnende Leere

und nur noch eine “Christl von der Post”, deren Aufgabe sich mittlerweile darauf beschränkt, den Leuten, die sich noch ins Postamt “verirren” freundlich wie immer zu sagen: Leider nein

aber vielleicht kommen Sie nächste Woche noch einmal, vielleicht dürfen wir die Arbeit wieder aufnehmen und vielleicht gibt es dann auch wieder Briefmarken ….