Post aus Polen

und anderen Ländern Europas werdet Ihr von mir in den nächsten Tagen/Wochen erhalten.

So möchte ich nämlich diese horrende Preiserhöhung umgehen. Es gibt nämlich immer wieder Missionarinnen und Missionare, die auf Heimaturlaub gehen und sobald ich davon Kenntnis habe, bitte ich meine Post mitzunehmen und in Europa aufzugeben. So kommt das Porto nur auf ein Drittel des hiesigen Preises.

Danke schon im voraus für das Verständnis.

Das gibt es wohl nur in Bolivien

Also da habe ich heute früh ganz schön verdutzt dreingeschaut, als ich ein paar Briefe nach Europa schicken wollte:

Bislang (seit 2006) mußte ich Marken für 9 Bolivianos (ca. 1 Euro) kleben. Und jetzt möchte die „Christl von der Post“ eine Marke von 23 Bolivianos (über Euro 2.50) sehen. Also auf einen Schnall 150 % raufgehen ……

Nur da wird sich wohl kein Widerstand bilden. Denn so eine ähnliche Aktion hatte die Regierung vor ein paar Jahren mit dem Benzinpreis gestartet und wollte von einem Tag auf den anderen den Preis um 100 % anheben. Tagelange Generalstreiks waren die Folge und der Preis für Benzin ist bis heute wieder der alte.

 

Unverkennbar

ist das die Hauptstadt von Bolivien: Sucre

Eine Stadt, die als Wohnstadt für die aristokratischen Spaniern errichtet wurde. Nachdem diese merkten, daß es in Potosi (einmal die größte und reichste Stadt der Welt) nicht sehr angenehm war  zu wohnen (über 4.000 Meter, kalt, unfruchtbarer Boden) begannen sie mit der Siedlung La Plata. Und in der Folge hat die Stadt noch drei Mal den Namen gewechselt (Plata-Silber/Argentinien), Charca, Ciudad Blanca (bis heute sind im Zentrum der Stadt alle Gebäude weiß) und schließlich wurde sie nach dem zweiten Präsidenten Boliviens benannt: Antonio Sucre.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Bis 1899 diente dieses Gebäude als Präsidentenpalast. Bis der Sitz der Regierung nach La Paz verlegt wurde. Heute ist es der Sitz der Landesregierung (departamento).

Man merkt auf den ersten Blick gar nicht was ist Präsidentenpalast und was ist Kathedrale. So eng verflochten waren auch die Beziehungen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA Der Dom wurde immer wieder vergrößert und umgebaut. Seit Jahren steht er bloß als kirchliches Zentrum der Diözese Sucre und es werden am Sonntag und am Donnerstag jeweils um 9.00 Uhr eine hl. Messe gefeiert. Der erste Bischofssitz nach der Gründung der Stadt lag etwas in der Anhöhe

OLYMPUS DIGITAL CAMERA und ist heute die Pfarre Sankt Lazarus.

Und ich selber wohne im ältesten Teil der Stadt auf der Anhöhe der Recoleta. Die engen winkeligen Gassen mit Steinen gepflastert geben davon Zeugnis.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Mein Ausblick hin auf die St. Anna Kirche.

1825 wurde die Unabhängigkeit des Landes besiegelt und auf Vorschlag eines Franziskanerpaters auf den Namen des „Andreas Hofer Südamerikas“ getauft: Simon Bolivár – Bolivien.

Das gute und enge Verhältnis zwischen Kirche und Stadt nahm allerdings bald nach der Unabhängigkeit andere Formen an: zahlreiche Kirchen wurden enteignet: der Franziskanerkonvent samt Kirche in eine Kaserne samt Waffenlager umfunktioniert, die Augustinerkirche wurde Theatersaal, …. manche sind heute wieder sakrale Gebäude, andere ganz „verschwunden“.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA  Wie eben auch die „Casa de Libertad“ (Haus der Freiheit), in dem die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Es war die Kapelle des Jesuitenordens. Nur wenn man genauer hinsieht, entdeckt man über dem Portal das Jesuiten Monogramm: IHSOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das ist nun der Teil der Stadt, der Weltkulturerbe ist.

Die Stadt hat auch noch andere Seiten.

Ein bißchen Heimweh ….

… nach Tarija habe ich schon noch.

Ganz besonders wenn ich so die Fotos betrachte:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Der Dom St. Bernhard von Tarija

wo wir immer wieder bei großen und schönen Feiern beisammen waren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Die Franziskanerkirche

das spirituelle Zentrum des ganzen Departament (Bundesland) und wohl bis heute die beliebteste Kirche der Stadt Tarija.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASankt Rochus

steht für die großartigen Prozessionen, die sich über drei Wochen hinziehen und an denen mehr als viertausend chunchos in farbenfrohen Trachten des Wunders der Heilung von der Pest gedenken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnsere Liebe Frau zu Lourdes

nimmt sich da schon ein wenig bescheiden aus. Doch für mich war es die „Hauptkirche“ von Tarija. Es ist immer wieder erfreulich von dort Nachrichten zu bekommen, denn wie sie erzählen wächst und wächst und wächst die Pfarre ….

OLYMPUS DIGITAL CAMERATarija, das Andalusien von Bolivien

ist eine lebensfrohe, heitere Stadt, in der sich besonders die gauchos, die Argentinier, sehr wohl fühlen und alle, die gerne „kiloweise“ steaks essen und einem guten Schluck Wein nicht abgeneigt sind.OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Hauptplatz

ist der „Tante Emma Laden“ wo besonders die Betagten alle Neuigkeiten austauschen. Denn man kennt sich. Das war auch die große Überraschung für Padre Jimmy, einer meiner Weihekollegen, der mich Mitte Januar besucht hatte. Er war „ganz weg“ wieviel Leute mich kannten und auf den Straßen und Plätzen grüßten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie verliebt auch immer ….

man kann es nicht festhalten.

Tarija war schön und ….. wird mich auch wiedersehen.