17:36 Uhr

war gestern der Sonnenuntergang am kürzesten Tag des Jahres.

Für viele Bolivianer ein ganz besonderer Tag, speziell für die Volksgruppe der Aymara, denen es zu verdanken ist, daß der 21. Juni ein staatlicher Feiertag ist. Der jetzige Präsident Evo Morales gehört dieser Volksgruppe an und hat den “Aymara Neujahrstag” vor ein paar Jahren für ganz Bolivien zum Feiertag erklärt. Hier in der Gegend um Sucre gibt es kaum Aymara. Nur ein paar Leute haben sich zeitig in der Früh vor der Kirche Santa Anna versammelt, um mit erhobenen Händen und Gesang den Aufgang der Sonne am Neujahrstag zu erleben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Es ist noch alles grün auch wenn damit der Winter begonnen hat. Und  selbst den Blumen scheinen die eher niedrigen Temperaturen nichts anzuhaben:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Ist so auch ein bißchen heimelig.

 

Instituto Cultural Boliviano – Alemán

“…..ist eine gemeinnützige Kulturgesellschaft und ist als Institut mit Prüfungsberechtigung des Goetheinstituts, München, mit der Vermittlung der deutschen Sprache im Ausland beauftragt.

Darüber hinaus fördert es Bildungsaktivitäten und den kulturellen Austausch mit dem Ziel, das Verständnis und die Freundschaft zwischen Bolivianern und Deutschen und zwischen verschiedenen Kulturen und Völkern allgemein zu fördern und zu festigen.”

So “preist sich” das Kulturinstitut in seinem flyer selber an. Auch wenn nicht so heiß gegessen wie gekocht wird, trifft es doch in hohem Maße zu was im Prospekt geschrieben steht.

Vor knapp zwei Wochen habe ich mit zehn Schülern das zweite Trimester begonnen. Drei von ihnen sind “alte Bekannte”, die die erste Hürde nicht genommen haben und jetzt noch einmal einen zweiten Anlauf nehmen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Innenhof der Schule

OLYMPUS DIGITAL CAMERANicht nur “Guten Tag” auch “Grüß Gott”  OLYMPUS DIGITAL CAMERA Ja und so sind sie halt: verschlafen, aufgeweckt und wirklich bei der SacheOLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERASich mit der Sekretärin gut verstehen kann manchmal auch helfen mehr Disziplin, sprich Pünktlichkeit zu erreichen.

Post aus Polen

und anderen Ländern Europas werdet Ihr von mir in den nächsten Tagen/Wochen erhalten.

So möchte ich nämlich diese horrende Preiserhöhung umgehen. Es gibt nämlich immer wieder Missionarinnen und Missionare, die auf Heimaturlaub gehen und sobald ich davon Kenntnis habe, bitte ich meine Post mitzunehmen und in Europa aufzugeben. So kommt das Porto nur auf ein Drittel des hiesigen Preises.

Danke schon im voraus für das Verständnis.

Das gibt es wohl nur in Bolivien

Also da habe ich heute früh ganz schön verdutzt dreingeschaut, als ich ein paar Briefe nach Europa schicken wollte:

Bislang (seit 2006) mußte ich Marken für 9 Bolivianos (ca. 1 Euro) kleben. Und jetzt möchte die “Christl von der Post” eine Marke von 23 Bolivianos (über Euro 2.50) sehen. Also auf einen Schnall 150 % raufgehen ……

Nur da wird sich wohl kein Widerstand bilden. Denn so eine ähnliche Aktion hatte die Regierung vor ein paar Jahren mit dem Benzinpreis gestartet und wollte von einem Tag auf den anderen den Preis um 100 % anheben. Tagelange Generalstreiks waren die Folge und der Preis für Benzin ist bis heute wieder der alte.

 

Unverkennbar

ist das die Hauptstadt von Bolivien: Sucre

Eine Stadt, die als Wohnstadt für die aristokratischen Spaniern errichtet wurde. Nachdem diese merkten, daß es in Potosi (einmal die größte und reichste Stadt der Welt) nicht sehr angenehm war  zu wohnen (über 4.000 Meter, kalt, unfruchtbarer Boden) begannen sie mit der Siedlung La Plata. Und in der Folge hat die Stadt noch drei Mal den Namen gewechselt (Plata-Silber/Argentinien), Charca, Ciudad Blanca (bis heute sind im Zentrum der Stadt alle Gebäude weiß) und schließlich wurde sie nach dem zweiten Präsidenten Boliviens benannt: Antonio Sucre.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Bis 1899 diente dieses Gebäude als Präsidentenpalast. Bis der Sitz der Regierung nach La Paz verlegt wurde. Heute ist es der Sitz der Landesregierung (departamento).

Man merkt auf den ersten Blick gar nicht was ist Präsidentenpalast und was ist Kathedrale. So eng verflochten waren auch die Beziehungen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA Der Dom wurde immer wieder vergrößert und umgebaut. Seit Jahren steht er bloß als kirchliches Zentrum der Diözese Sucre und es werden am Sonntag und am Donnerstag jeweils um 9.00 Uhr eine hl. Messe gefeiert. Der erste Bischofssitz nach der Gründung der Stadt lag etwas in der Anhöhe

OLYMPUS DIGITAL CAMERA und ist heute die Pfarre Sankt Lazarus.

Und ich selber wohne im ältesten Teil der Stadt auf der Anhöhe der Recoleta. Die engen winkeligen Gassen mit Steinen gepflastert geben davon Zeugnis.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Mein Ausblick hin auf die St. Anna Kirche.

1825 wurde die Unabhängigkeit des Landes besiegelt und auf Vorschlag eines Franziskanerpaters auf den Namen des “Andreas Hofer Südamerikas” getauft: Simon Bolivár – Bolivien.

Das gute und enge Verhältnis zwischen Kirche und Stadt nahm allerdings bald nach der Unabhängigkeit andere Formen an: zahlreiche Kirchen wurden enteignet: der Franziskanerkonvent samt Kirche in eine Kaserne samt Waffenlager umfunktioniert, die Augustinerkirche wurde Theatersaal, …. manche sind heute wieder sakrale Gebäude, andere ganz “verschwunden”.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA  Wie eben auch die “Casa de Libertad” (Haus der Freiheit), in dem die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Es war die Kapelle des Jesuitenordens. Nur wenn man genauer hinsieht, entdeckt man über dem Portal das Jesuiten Monogramm: IHSOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das ist nun der Teil der Stadt, der Weltkulturerbe ist.

Die Stadt hat auch noch andere Seiten.